Stromanbieterwechsel trotz Schufa – So geht´s

für viele Verbraucherinnen und Verbraucher klingt dies zunächst schwierig oder gar unmöglich. Doch ein negativer Schufa-Eintrag ist in den meisten Fällen kein unüberwindbares Hindernis, um den eigenen Stromanbieter zu wechseln. Im Folgenden erfährst du ausführlich, welche Möglichkeiten, Hintergründe und Tipps es gibt, damit ein Stromanbieterwechsel trotz Schufa reibungslos funktionieren kann. Außerdem werden häufige Fragen in einem FAQ-Bereich geklärt, damit du bestmöglich informiert bist.

*Es kann vorkommen, dass wir nicht alle Anbieter im Vergleichsrechner haben. Sollte Ihnen ein Anbieter fehlen, so schreiben Sie uns bitte an!


1. Bedeutung der Schufa bei der Stromversorgung

Die Schufa (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) ist in Deutschland eine zentrale Auskunftei, die Informationen zur Bonität von Privatpersonen sammelt. Diese Daten werden an Unternehmen wie Banken, Mobilfunkanbieter oder Vermieter weitergegeben, damit diese die Kreditwürdigkeit einer Person einschätzen können.

Wenn du einen neuen Stromanbieter suchst, kann es vorkommen, dass dieser eine Bonitätsprüfung anfordert. Der Grund: Der Anbieter möchte sicherstellen, dass du deine künftigen Stromrechnungen begleichen kannst. Ein negativer Eintrag in der Schufa signalisiert dem Energieversorger, dass möglicherweise Zahlungsschwierigkeiten vorliegen könnten. Das wiederum kann zur Ablehnung des Auftrags oder zu besonderen Vertragsbedingungen führen.

Dennoch bedeutet ein negativer Schufa-Eintrag nicht automatisch, dass du keinen Stromanbieterwechsel mehr durchführen kannst. Es gibt verschiedene Strategien und Hinweise, die dir helfen können, trotz Schufa-Einträgen eine neue Energieversorgung zu erhalten.


2. Warum wechselt man überhaupt den Stromanbieter?

Der Stromanbieterwechsel ist aus mehreren Gründen interessant:

  1. Kostenersparnis: Die Preise auf dem Strommarkt sind sehr dynamisch. Durch einen Stromanbieterwechsel können günstigere Tarife gefunden werden, was zu einer spürbaren Entlastung der Haushaltskasse führt.
  2. Tarifvielfalt: Anbieter locken Neukunden häufig mit attraktiven Konditionen. Dazu gehören Boni, flexible Zahlungsmodelle oder besondere Ökostrom-Angebote.
  3. Besserer Kundenservice: Manche Haushalte sind mit dem Service ihres aktuellen Anbieters unzufrieden und möchten sich deshalb neu orientieren.
  4. Ökologische Gründe: Nicht jeder Versorger bietet Ökostrom an. Wer Wert auf nachhaltige Energieversorgung legt, kann durch einen Wechsel zu einem entsprechend zertifizierten Anbieter einen Beitrag zum Umweltschutz leisten.

All diese Vorteile können auch für Personen mit negativer Schufa gelten. Zwar ist der Prozess der Bonitätsprüfung gegebenenfalls strenger, doch lassen sich in vielen Fällen Lösungen finden, um am Wettbewerb der Stromanbieter teilzunehmen.


3. Wie läuft eine Bonitätsprüfung ab?

Eine Bonitätsprüfung prüft deine finanzielle Zuverlässigkeit. Bei einem Stromanbieterwechsel führt der neue Anbieter meist eine Abfrage bei Auskunfteien durch (z. B. Schufa). Dort sind Informationen zu deinem bisherigen Zahlungsverhalten gespeichert, etwa:

  • Ob Rechnungen in der Vergangenheit regelmäßig bezahlt wurden.
  • Ob es Mahnverfahren gab.
  • Ob bestehende Schulden vorliegen.

Fällt der Bonitäts-Check positiv aus, erhältst du in der Regel den gewünschten Vertrag ohne besondere Auflagen. Bei negativen Einträgen kommt es häufig zu einer Ablehnung. Allerdings bieten einige Anbieter Vertragsoptionen an, die extra für Personen mit negativer Schufa konzipiert wurden. Über diese Möglichkeiten solltest du dich frühzeitig informieren.


4. Risiken und Herausforderungen bei negativem Schufa-Eintrag

Ein Stromanbieterwechsel trotz Schufa kann mit einigen Hürden verbunden sein. Die häufigsten Probleme sind:

  1. Ablehnung des Vertrags: Manche Anbieter haben strenge Richtlinien. Wenn deine Bonitätsauskunft negativ ausfällt, wird der Vertrag abgelehnt und du musst dir einen anderen Anbieter suchen.
  2. Kaution oder Sicherheitsleistung: Häufig verlangen Stromunternehmen eine Kaution, wenn Zweifel an der Zahlungsfähigkeit bestehen. Diese Kaution kann sich je nach Anbieter auf mehrere Hundert Euro belaufen. Sie dient als Sicherheit, falls Zahlungen ausbleiben.
  3. Vorauszahlung: Einige Tarife sind an eine Vorauszahlung gebunden. Das bedeutet, dass du einen Teil oder sogar den gesamten Monats- oder Jahresbetrag im Voraus zahlen musst. Dies kann eine finanzielle Belastung darstellen.
  4. Höhere Preise: Mitunter sind die Tarife für Personen mit negativer Schufa weniger günstig, da die Anbieter das Ausfallrisiko über einen Aufschlag kompensieren möchten.

Dennoch ist nicht jeder Tarif für dich unerreichbar. Durch sorgfältige Recherche und die Beachtung einiger Tipps ist ein Stromanbieterwechsel trotz Schufa machbar.


5. Strategien für einen erfolgreichen Stromanbieterwechsel trotz Schufa

Damit dein Stromanbieterwechsel gelingt, solltest du mehrere Punkte beachten:

5.1 Eigene Bonität prüfen und verbessern

Bevor du dich auf die Suche nach einem neuen Stromtarif begibst, kannst du selbst aktiv werden:

  • Selbstauskunft anfordern: Einmal pro Jahr hast du das Recht auf eine kostenlose Selbstauskunft bei der Schufa. Nutze dieses Recht, um mögliche Fehler oder veraltete Einträge zu überprüfen.
  • Fehler korrigieren: Findest du fehlerhafte Daten, kannst du deren Löschung oder Berichtigung bei der Schufa verlangen.
  • Offene Rechnungen begleichen: Hast du noch ausstehende Zahlungen, solltest du diese möglichst schnell begleichen. Damit kann sich dein Schufa-Score verbessern.

5.2 Anbieter ohne strenge Bonitätsprüfung suchen

Manche Stromanbieter legen geringeren Wert auf Schufa-Daten. Zwar fragen auch sie oft eine Bonitätsprüfung ab, können aber kulante Regelungen haben, etwa in Form einer Kaution oder besonderen Tarife für Kundinnen und Kunden mit negativer Schufa. Nutze Vergleichsportale, Kundenforen oder allgemeine Informationsseiten, um herauszufinden, welche Bedingungen für dich am ehesten infrage kommen. Achte darauf, keine konkreten Anbieter namentlich zu nennen oder deren Direktverträge zu thematisieren, um neutral zu bleiben und dich nicht von Werbeversprechen leiten zu lassen.

5.3 Prepaid-Tarife als Option

Bei einem Prepaid-Tarif zahlst du dein Guthaben im Voraus. Das Risiko für den Anbieter sinkt dadurch erheblich, weshalb Prepaid-Tarife eine gute Lösung bei negativer Schufa sein können. Denke jedoch daran, dass Prepaid-Konten regelmäßig aufgeladen werden müssen, um eine unterbrechungsfreie Energieversorgung zu gewährleisten.

5.4 Zahlung der Kaution

Wer bereit ist, eine Kaution zu hinterlegen, erhält oft auch bei schlechter Bonität einen Vertrag. Die Höhe der Kaution variiert je nach Anbieter und deinem Schufa-Score. Prüfe vorab genau, ob du dir die Kautionssumme leisten kannst. Häufig wird diese am Vertragsende erstattet, sofern alle Rechnungen fristgerecht gezahlt wurden.

5.5 Flexible Zahlungsmodelle nutzen

Manche Tarife bieten individuelle Zahlweisen an, etwa eine monatliche, quartalsweise oder jährliche Abrechnung. Wenn du Probleme mit einem höheren Einmalbetrag hast, könnte ein monatlicher Abschlag besser passen. Erkundige dich, ob es Tarife gibt, die geringe Raten für Nachzahlungen zulassen, um finanzielle Engpässe zu vermeiden.


6. Praktische Tipps, um die Kosten im Blick zu behalten

Ein Stromanbieterwechsel trotz Schufa sollte nicht nur darauf abzielen, überhaupt einen Vertrag zu erhalten, sondern auch die langfristigen Kosten zu reduzieren. Hier einige Tipps, die dir dabei helfen können:

  1. Stromverbrauch senken: Überprüfe dein Nutzungsverhalten. Kleine Umstellungen wie das Ausschalten von Stand-by-Geräten oder die Verwendung energieeffizienter Leuchtmittel können deinen Verbrauch deutlich reduzieren. Damit sinken auch die monatlichen Zahlungen.
  2. Auf versteckte Kosten achten: Manche Tarife wirken auf den ersten Blick günstiger, enthalten aber hohe Grundgebühren oder Vorauszahlungen. Achte daher genau auf die Vertragsdetails.
  3. Vertragslaufzeit prüfen: Kurze Laufzeiten sind bei einem möglichen wiederholten Wechsel vorteilhaft. Ein langfristiger Vertrag kann zwar Sicherheitsleistungen erfordern, ist aber bei finanziellen Unsicherheiten weniger flexibel.
  4. Tarife vergleichen: Auch wenn die Auswahl bei negativer Schufa eingeschränkt sein kann, lohnt sich ein genauer Blick auf die Tarifkonditionen. Ein Vergleich verhindert, dass du dich zu einem ungünstigen Vertrag verleiten lässt.

7. Ablauf des Anbieterwechsels

Der Stromanbieterwechsel trotz Schufa lässt sich oft in wenigen Schritten durchführen, wenn du strukturiert vorgehst:

  1. Alten Vertrag kündigen: Überprüfe deine Kündigungsfristen. Manche Verträge lassen eine außerordentliche Kündigung zu, wenn die Preise steigen.
  2. Neuen Anbieter auswählen: Wähle einen Tarif, der möglichst gut zu deinem Verbrauchsverhalten passt und deine finanziellen Rahmenbedingungen berücksichtigt. Achte auf mögliche Auflagen wie Kaution, Vorauszahlungen oder Prepaid-Modelle.
  3. Antrag stellen: Beim Ausfüllen des Vertragsformulars wird häufig eine Schufa-Abfrage eingeholt. Falls du hier abgelehnt wirst, solltest du dich nicht entmutigen lassen und ggf. nach Alternativen suchen.
  4. Bestätigung und Vertragsunterlagen: Sobald dein neuer Vertrag genehmigt ist, erhältst du die Unterlagen.
  5. Übergabe des Zählerstands: Für eine reibungslose Energieversorgung ist es wichtig, deinem neuen Stromanbieter den Zählerstand mitzuteilen. So werden die Verbrauchsabrechnungen korrekt berechnet.

Da Stromanbieterwechsel in Deutschland in der Regel übergangslos funktionieren, musst du nicht befürchten, zwischendurch ohne Strom dazustehen. Die Grundversorgung sichert dich in jedem Fall ab.


8. Welche Rolle spielt die Grundversorgung?

In Deutschland ist jeder Haushalt automatisch bei einem lokalen Grundversorger gemeldet, sofern kein alternativer Vertrag besteht. Die Grundversorgung ist allerdings häufig teurer als viele Sondertarife auf dem Markt. Deshalb lohnt sich ein Wechsel fast immer, selbst wenn negative Schufa-Einträge existieren. Die Grundversorgung dient als Auffanglösung und stellt sicher, dass kein Haushalt ohne Strom bleibt. Allerdings kann auch der Grundversorger in Einzelfällen eine Kaution oder eine Vorauszahlung verlangen, wenn Zweifel an der Zahlungsfähigkeit bestehen. Doch in der Regel sind die Bedingungen dort etwas weniger strikt, sodass du zumindest eine Basisversorgung erhältst.

9. FAQ – Häufige Fragen zum Stromanbieterwechsel trotz Schufa

Im Folgenden findest du Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um den Stromanbieterwechsel trotz Schufa:

9.1 Ist ein Stromanbieterwechsel trotz Schufa generell möglich?

Ja, ein Stromanbieterwechsel trotz Schufa ist in den meisten Fällen möglich. Zwar kann es zu Ablehnungen kommen, doch gibt es verschiedene Anbieter, die auch Menschen mit negativer Schufa akzeptieren, oft gegen Kaution oder im Prepaid-Tarif.

9.2 Muss ich bei negativer Schufa immer eine Kaution zahlen?

Nicht unbedingt. Es hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Manche verlangen keine Kaution, sondern setzten auf andere Sicherungsmodelle. Wieder andere bieten spezielle Tarife für Personen mit negativer Schufa an.

9.3 Wie erfahre ich, ob mein Schufa-Score negativ ist?

Du kannst einmal pro Jahr eine kostenlose Selbstauskunft bei der Schufa anfordern. Darin siehst du alle gespeicherten Daten sowie deinen Schufa-Score. Sollten Fehler vorliegen, kannst du diese korrigieren lassen.

9.4 Gibt es Stromanbieter, die komplett auf eine Bonitätsprüfung verzichten?

Einige Anbieter achten weniger auf die Bonitätsprüfung als andere. Vollständig darauf zu verzichten, ist jedoch selten. Meist werden zumindest gewisse Sicherheiten wie Vorauszahlungen oder Kautionen verlangt.

9.5 Was passiert, wenn ich trotz negativer Schufa keinen Anbieter finde?

In diesem Fall bleibst du zunächst in der Grundversorgung. Dort ist die Belieferung gesichert. Allerdings sind Grundversorgungstarife in der Regel teurer. Parallel kannst du weiter nach Anbietern suchen, die bestimmte Optionen für Personen mit negativer Schufa bieten.

9.6 Kann der Strom abgestellt werden, wenn ich meine Rechnung nicht zahlen kann?

Grundsätzlich darf ein Anbieter den Strom bei ausbleibenden Zahlungen kappen. Allerdings gibt es rechtliche Vorgaben: Eine Stromsperre darf meist erst erfolgen, wenn du mit einem erheblichen Betrag in Verzug gerätst. Vorher erhältst du Mahnungen und Hinweise.

9.7 Was kann ich tun, wenn der Wechsel immer wieder scheitert?

Sollte es wiederholt zu Ablehnungen kommen, lohnt sich die Kontaktaufnahme mit einer Schuldnerberatung. Diese kann dir helfen, deine Bonität mittelfristig zu verbessern und offene Posten zu regeln. Außerdem solltest du deine Schufa-Einträge prüfen und gegebenenfalls korrigieren lassen.

10. Fazit: Stromanbieterwechsel trotz Schufa ist machbar

Ein Stromanbieterwechsel trotz Schufa ist durchaus möglich, auch wenn sich der Prozess mitunter etwas schwieriger gestaltet. Mit einer sorgfältigen Vorbereitung, einer Selbstauskunft bei der Schufa und der gezielten Suche nach Tarifen, die flexible Regelungen (etwa Kaution, Prepaid oder Ratenzahlung) bieten, steigen deine Chancen auf einen erfolgreichen Wechsel erheblich.

Wichtig ist, sich nicht entmutigen zu lassen und sich umfassend zu informieren. Auch der Austausch mit anderen Betroffenen, etwa in Foren oder Interessengemeinschaften, kann helfen, wertvolle Hinweise zu erhalten. Letztlich profitieren auch Menschen mit negativer Schufa von günstigeren Tarifen, besserem Service oder nachhaltigeren Energiequellen – genau wie alle anderen Verbraucherinnen und Verbraucher.

Mit einer klugen Strategie und dem nötigen Wissen kannst du trotz negativer Einträge in der Schufa eine bezahlbare und zuverlässige Energieversorgung sicherstellen. Beachtest du die oben genannten Tipps und Hinweise, steht einem erfolgreichen Stromanbieterwechsel trotz Schufa nichts mehr im Weg.

IMPRESSUM & DATENSCHUTZ

IMPRESSUM | Datenschutzerklärung